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Streit um Status Homöopathie

Ärztliche Zusatzbezeichnung Homöopathie unter Beschuss – Homöopathieerstattung durch Krankenkassen ins Kreuzfeuer – Homöopathische Arzneimittel zu Wellnessprodukten degradieren:

Waren alle Medien bis vor 8 Jahren durchweg homöopathiefreundlich gestimmt, hat sich das Blatt nun rigoros gewandelt:
Eine kleine Gruppe von Skeptikern hat sich publizistisch und politisch hervorragend organisiert in einen Feldzug gegen die Homöopathie namens GWUP: Die Ärztin Dr. Nathalie Grams hat sich nach erfolgreichen privatärztlichen Jahren in Heidelberg der klassischen Homöopathie den Rücken gekehrt und publiziert erfolgreich Bücher als Protagonistin der Kernaussage, Homöopathie sei Scharlatanerie, die einzig akzeptable Medizin ist die wissenschaftlich begründete Hochschulmedizin. Ein politisch agierender homöopathiekritscher Zirkel namens Münsteraner Kreis fordert nun die Abschaffung der Zusatzbezeichnung Homöopathie – immerhin für 7000 Ärzte: Interdisziplinär aufgestellt, findet man als Mitglieder dabei ganz überwiegend praxisferne hochschulnahe Akademiker und wieder die Personen der Kerngruppe der Skeptiker, GWUP. Gemeinsame und ganz transparent erklärte Zielrichtung ist die Beseitigung der Homöopathie aus der Medizin, aus der medizinischen Versorgung und die Beseitigung homöopathischer Arzneimittel aus dem Arzneirecht.

Dieser publizistisch hervorragend inszenierte Dreifrontenangriff auf allen Plattformen, mittels politische Lobbyarbeit, Befeuerung homöoapthiefeindlicher Sozial Media oder publizistischer Vortragsaktivitäten und Veröffentlichungen ist nicht zu unterschätzen und könnte eine echte Gefahr darstellen für den Bestand der Homöopathie.

Die wiederum ist zäh:
Was die Homöopathie seit über 200 Jahren gegen alle Angriffe trägt, ist der große Zuspruch der Patienten und die überaus hingebungsvolle Arbeit ernsthafter HomöopathInnen.

Die Skeptikerbewegung als politisch organisierte Form wurde gründet historisch in dem ökonomischen Bestreben der amerikanischen Ärzteschaft Anfang des 20. Jahrhunderts, die missliebige Konkurrenz homöopathischer kollegen aus dem Weg zu schaffen: Damals war das US-amerikanische Gesundheitswesen in großem Umfang von homöopathischen Ärzten getragen, es gab zahlreiche homöopathische Krankenhäuser und viele Ärzte waren homöopathisch tätig: Mit einer gut angelegten politischen Kampagne – dem Flexner Report – gelang den nichthomöopathischen Ärzten damals mit Unterstützung der industrienaher Organisationen ein erstaunlicher Untergang der homöopathischen Homöopathie. Ähnliche Unternehmungen gelangen in GB in den vergangen Jahren, wo Homöopathie aus dem öffentlichen Gesundheitswesen massiv verdrängt wurde, nun läuft der Versuch, in Australien auf politischer Ebene mit geschickt gefälschten Ergebnissen von Metaanalysen der Homöopathie den institutionellen Boden zu entziehen. In der Schweiz ging der gleiche Schuss nach hinten los: Die Bevölkerung hat sich nach einer beispiellosen Antihomöopathiekampagne entschlossen, alternative Therapiemethoden in die Verfassung aufzunehmen und den Staat damit zu verpflichten, Zugang zur Homöopathie für die Patienten zu schützen.

Ähnlich ist die Gesetzeslage in der EU: Auch hier genießen komplementärmedizinische Verfahren, damit auch die Homöopathie einen umfangreichen rechtlichen Schutz als Therapierichtungen in einem medizinisch pluralistischen Umfeld. Das soll nun ausgehebelt werden.

Die Hautpargumentation gegen die Homöopathie finden Sie auf den Seite der GWUP und des Münsteraner Kreises, sie haben sich seit 200 Jahren nicht geändert.

Möchten Sie sich mehr damit beschäftigen, welche Antworten die Homöopathie parat hat, dann finden sie hier einen bemerkenswerten Blog oder beim Zentralverein homöopathischer Ärzte diverse weitere links. Viel Spaß beim Lesen