Aktuelles

Homöopathie statt Antibiotika ?

Bayerischer Landtag stimmt für Homöopathie-Forschung

Klar dass die Regierung dafür Gegenwind bekommt: Der Bayrische Landtag beschloss am 7. November auf Antrag von CSU und Freien Wählern – mit Unterstützung der Grünen – eine Studie zu erstellen, mit der gezeigt werden soll, ob die Homöopathie für die Reduzierung von Antibiotika eine geeignete Methode ist. In der Landwirtschaft kein Geheimnis mehr: Mit dem Einsatz von homöopathischen Medikamenten bei Milchkühen (aber auch in der Schweinezucht) lassen sich Antibiotika einsparen und die Kuh kann früher weiter gemolken werden. Dafür gibt es viel Erfahrung und gut belegte Studien, wie auch in der Intensivmedizin beim Menschen: Eine Studie belegt das eindrucksvoll mit dem Fazit:

Der Effekt ist eindeutig positiv (signifikant) und weitere Forschungen sind nötig. (Letzteres steht unter jeder wissenschaftlichen Arbeit).

Frass, M et al.: Adjunctive homeopathic treatment in patients with severe sepsis: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial in an intensive care unit. In Homeopathy, Volume 100, Issues 1–2, January–April 2011, Pages 95-100. 

Von solchen Artikel gibt es viele , s. weiter unten auf dieser Seite. 

Der Bayerische Rundfunk traute sich nicht, die Münchener Runde zur Homöopathie am 27.22.2019 um 20.15 Uhr vernünftigen Diskutanten zu besetzen, schauen sie hier unter Aktuelles, was passiert ist: 

Offener Brief an die Mitgleder des Bayerischen Landtags

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie ermutigen, den Antrag der CSU und der Freien Wähler zu unterstützen, so wie es der Gesundheitsausschuss des Landtags bereits empfiehlt. Als Ärztinnen und Ärzte wissen wir aus unserer täglichen Praxis, dass wir auf Antibiotika angewiesen sind. Um auch in Zukunft die Wirkung der Antibiotika zu erhalten, dürfen wir sie nur noch gezielt leitliniengerecht einsetzen.

Weitere Forschung durchzuführen und dadurch Wissen zu erhalten, welche sinnvollen Alternativen es zum Einsatz von Antibiotika gibt, halten wir aus medizinischen Gründen für zwingend notwendig. Aus ideologischen Erwägungen Möglichkeiten von vornherein auszuschließen, halten wir für unverantwortlich. Die Erfahrung in unseren Praxen zeigt, dass wir durch eine homöopathische Therapie lege artis bei akuten Infektionen deutlich Antibiotika einsparen können und bei chronisch rezidivierenden Infekten sogar die Infektneigung therapieren und damit die Rezidivquote deutlich senken können. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass homöopathisch therapierende Ärztinnen und Ärzte in der Regel Fachärzte sind, die verantwortungsvoll abwägen können, mit welcher Therapie oder mit welcher Therapiekombination der größtmögliche Nutzen für den Patienten erzielt werden kann.

Wussten Sie, dass 90 Prozent aller Infektionen der oberen Atemwege virusbedingt sind, jedoch 75 Prozent aller Antibiotika für Infektionen der oberen Atemwege verschrieben werden?

Das Infektionen in aller Regel gut homöopathisch behandelt werden können, wird durch die Studienlage bestätigt: Die Studien legen nahe, dass durch ein homöopathisches Behandlungssetting der Einsatz von Antibiotika in der ambulanten Versorgung deutlich vermindert werden kann. Die bisherigen Studien lassen im Vergleich zu konventionell behandelten Patienten auf ein Einsparpotential von ca. 50 Prozent schließen. Beispiele:

  • In einer randomisierten pragmatischen Studie wurden Kindern im Alter von 6 Monaten bis 11 Jahren – bei denen eine akute Mittelohrentzündung diagnostiziert wurde und die mit einem verzögerten Antibiotika-Ansatz behandelt werden sollten – nach dem Zufallsprinzip mit Standardtherapie allein oder mit Standardtherapie plus homöopathischen Ohrentropfen behandelt. Das Ergebnis: Die Antibiotika-Verschreibungen bei Kindern, die homöopathisch behandelt wurden, waren deutlich reduziert im Vergleich zur Gruppe ohne homöopathische Behandlung (Verschreibungsrate 26,9% versus 41,2%, P =0,032).
  • An der EPI3-Kohortenstudie, eine landesweite bevölkerungsbezogene Studie mit einer repräsentativen Stichprobe von 825 Hausärzten und ihren Patienten in Frankreich (2007-2008), nahmen 518 Erwachsene und Kinder mit Infekten der oberen Atemwege teil. Im Gegensatz zu Patienten der konventionellen Hausärzte zeigten Patienten von homöopathischen Hausärzten einen signifikant geringeren Verbrauch von Antibiotika (Odds Ratio (OR) = 0,43, 95% Konfidenzintervall (CI): 0,27-0,68) und fiebersenkenden/antientzündlichen Medikamenten (OR = 0,54, 95% CI: 0,38-0,76) mit zugleich vergleichbarem klinischen Symptomenverlauf der Infekte (OR = 1,16, 95% CI: 0,64-2,10). Patienten, die bei homöopathischen Hausärzten behandelt wurden, nahmen also halb so viel Antibiotika und fiebersenkende/entzündungshemmende Medikamente ein, als Patienten von konventionellen Hausärzten bei ähnlichen klinischen Ergebnissen.

Wenn Sie sich für die allgemeine Studienlage zur Homöopathie im Detail interessieren, bietet das Londoner Homeopathy Research Institut eine gute Zusammenfassung an.

Häufig wird in letzter Zeit behauptet, Homöopathie wirke nicht über den Placebo-Effekt hinaus. Diese Aussage wird mit dem sogenannten „Australischen Bericht“ belegt, der 2015 mit dieser Botschaft um die Welt ging. Das australische National Health and Medical Research Council (NHMRC) als Autor dieses Berichts muss sich nun wegen Voreingenommenheit, Interessenkonflikten und wissenschaftlichen Fehlverhaltens vor dem Ombudsmann des Commonwealth verantworten: Denn das NHMRC hielt die 1. Version des Berichts aus dem Jahr 2012, das ein positives Ergebnis („encouraging evidence“) für die Homöopathie resümierte, geheim und veränderte die Studienparameter willkürlich.  Der daraus resultierende 2. Bericht von 2015 kam dann zu dem Ergebnis, dass keine Wirkung über den Placobo-Effekt hinaus zu finden sei. Die Veränderung von Parametern innerhalb einer Studie ist jedoch ein absolutes „NoGo“ in der Wissenschaft. Der zurückgehaltene 1. Bericht wurde erst Ende August 2019 auf öffentlichen Druck hin veröffentlicht.

Der Landesverband Bayern des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte

… vertritt rund 600 (Fach)Ärztinnen und (Fach)Ärzte, die über die von der Bayerischen Landesärztekammer vergebene Zusatzbezeichnung Homöopathie und/oder das Homöopathie-Diplom des DZVhÄ verfügen. Die Mitglieder des Verbands sind Teil der medizinischen Versorgung in Bayern, sie arbeiten in Krankenhäusern oder Praxen, auch in der Veterinärmedizin. Eine der wichtigsten Aufgaben des Vereins ist die Organisation und Durchführung der ärztlichen Weiter- und Fortbildung im Bereich der Homöopathie.

Wir hoffen, dass wir Sie mit diesen Fakten unterstützen konnten. Gerne vertiefen wir das hier Skizzierte in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen.

Mit herzlichen Grüßen

Dr. med. Ulf Riker, Facharzt für Innere Medizin / Homöopathie, 1. Vorsitzender LV Bayern

Dr. med. Marieluise Schmittdiel  , Fachärztin für Allgemeinmedizin / Homöopathie, Beirätin Politik LV Bayern

Dr. med. Wolfgang Springer, Arzt / Homöopathie, Beirat Politik LV Bayern